Wir züchten Seidenspinner

Regelmäßig alle zwei Jahre findet in unserer Schule ein interessantes Projekt statt: „Wie entsteht Seide? – Wir züchten Seidenspinner“. Dabei beobachten die Kinder Seidenspinnerraupen, wie sie sich verpuppen und wie sie als ganzer Falter wieder aus dem Kokon schlüpfen, sich paaren und Eier legen. Derzeit nehmen an diesem Projekt immer die Dritt- und Viertklässler teil.

Seidenspinnerprojekt 2016/17

Der Seidenspinnertag mit Renate

Am Freitag, den 7.7.17 kam Renate aus Washington, das ist die Hauptstadt der USA, zu uns. Sie hat uns viel über die Seide erklärt. Sie ist Künstlerin und Seidenspinnerzüchterin. Sie hat nicht nur für meine Klasse einen Vortrag gehalten, sondern auch für die 3b, 4a und 4b. Sie hat uns von der Kaiserin Si ling erzählt. Das ist die Kaiserin, die angeblich die Seide entdeckt hat. Linus, das ist ein Junge aus der 4a, hat ein Theaterstück vorspielen müssen. Er hat einen Kimono und eine Maske angezogen. Renate gab uns, wie sie sagte, Seidenspinnereier. Es waren aber Mohnsamen. Wir wurden nach dem Vortrag in drei Gruppen eingeteilt, dass wir nacheinander einen Kokon abhaspeln können. Danach drehten wir eine Kordel. Das war sehr schön und aus dem Rest des Kokons machten wir Seidenpapier. Dieser Schultag hat mir sehr, sehr gefallen und die Kordel ist echt fest. (Nino, 3a)

Am Freitag, den 7.7.17 kam eine Frau in die Schule in Stetten am Heuchelberg. Sie hieß Renate udn kommt aus Washington. Sie ist Künstlerin und sie macht viel mit Seide. Sie züchtet schon sehr lange Seidenspinner. Die Kaiserin Si entdeckte den ersten Seidenspinner udn bekam das erste Kleid aus Seide. Linus, ein Junge der 4a, durfte sich als Kaiserin verkleiden udn eine Maske und Perücke aufsetzen. Er sah so richtig lustig aus. Das Kleid der Kaiserin nannte sich Kimono. Früher wurden Leute reingelegt und zwar war Seide früher sehr teuer und weil der Kaiser in China, der Mann von Si, nicht wollte, dass man erzählte, woher die Seide kam, wurde dem der Kopf oder die Hand abgehackt, der das Geheimnis aus China herausschmuggelte. Deshalb wurden Leute mit Mohnsamen ausgetrickst udn dabei waren es keine Seidenspinnereier. Die Leute glaubten das und schütteten ihre Geldbeutel aus. Zuhause bei den Leuten schlüpften aber keine Raupen, was sie dann sehr komisch fanden. Die vier Klassen wurden in drei Gruppen aufgeteilt udn durften nacheinander Kokons abhaspeln. Das war anstrengend. Aus dem Faden wurde eine Kordel gedreht und dann war der Tag zuende. Der Vortrag, den die Frau machte, war sehr sehr schön und alles insgesamt. (Jolanda 3a)

Am Freitag, den 7.7.17 kam eine Frau zu uns, die uns was über Seidenspinner erzählt hat. Sie kam aus Washington. Linus aus der 4a wurde als Kaiserin verkleidet. Das Kleid hieß Kimono. Renate hat uns Mohnsamen gegeben und gesagt, das sind Eier. Sie hat uns veräppelt. Sie hat ihren Vortrag auch für die 3b, 4a und 4b gemacht. Renate ist Künstlerin und züchtet Seidenspinner. Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt und haben einen Kokon abgehaspelt. Da waren meine Arme lahmgelegt. Aus dem Faden haben wir eine Kordel gedreht. Ich fand es cool. (Marcel, 3a)

 

 

Seidenspinnerprojekt 2014/15

Am 13.7.2015 durften wir nun schon zum dritten Mal die Künstlerin und Seidenspinnerzüchterin Renate Maile-Moskowitz bei uns in der Schule begrüßen. Bei einer Einführung durch die Künstlerin erfuhren die Dritt- und Viertklässler, wie die Seide und ihre Herstellung durch eine chinesische Kaiserin entdeckt wurde. Im Anschluss daran haben alle Kinder einen Seidenkokon abgewickelt und den bis zu einem Kilometer langen Seidenfaden zu einer Kordel verarbeitet. Dieser Tag war  für alle Kinder und Erwachsenen ein eindrückliches Erlebnis!

Kinder aus Klasse 4b erzählen:
Für die Gewinnung von Seide kocht man die Kokons in heißem Wasser. Dann kann man sie als einzelnen, dünnen Faden wieder abwickeln.

Die ersten Raupen haben sich am 16.06.2015 verpuppt. Vom Ei bis zur Verpuppung brauchten sie nur 26 Tage. Während der Zeit als Raupen haben sie viele Maulbeerbaumblätter gefressen.

Inzwischen haben sich fast alle Raupen verpuppt. Die Kokons haben viele verschiedene Farben: Gelb, Orange und Weiß.

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Seidenspinnerprojekt 2013/14

Die beiden dritten Klassen erleben seit Wochen die Entwicklung von Seidenspinnerraupen. So sehen sie aus:

Seidenspinnerraupe Seidenspinner Maulbeerspinner Bombyx mori Domestic Silkmoth

Juni 2013: Inzwischen sehen die Raupen schon nicht mehr so aus. Sie haben sich verpuppt und hängen in wunderschönen Kokons an den Wänden der Behältnisse.

Es gibt schon wieder Neuigkeiten. Aus der Puppe entwickelten sich inzwischen Falter, ihrem Kokon entschlüpft suchen sich Männchen und Weibchen. Die gelben Raupen in ihren gelben Kokons legen gelbe Eier, die weißen Raupen weiße Eier.

Seidenspinner Maulbeerspinner Bombyx mori Domestic Silkmoth

Letzten Montag hatten wir Besuch von einer Seidenspinnerin. Die Heilbronner Stimme berichtete darüber. Demnächst veröffentlichen wir hier den Zeitungsbericht.

Seidenspinnerprojekt 20011/12

 

Textilkünstlerin und Seidenraupenexpertin Renate Maile-Moskowitz dreht mit Ilayda deren Seidenfaden zu einer festen Kordel.

Foto und Bericht: Stefanie Pfäffle

Schwaigern – Mit weit ausgebreiteten Armen stehen die Kinder im Klassenzimmer und bewegen diese in lautlosem Rhythmus schwingend in Achterkreisen. „Mann, das ist ganz schön anstrengend“, jammert einer der Jungs, worauf ihn sein Nachbar darauf hinweist, dass andere das den ganzen Tag lang tun. Denn was die Grundschüler aus Stetten hier tun, geht immer noch nicht maschinell: Sie wickeln den Faden eines Kokons der Seidenspinnerraupe ab. An zwei Projekttagen steht bei den Zweit- und Drittklässlern alles im Zeichen von Faltern und Schmetterlingen.

Schon seit vier Wochen gibt es in Stettener Familien nur noch ein Thema: Seidenspinner. Mit einem Kuvert gelangten nämlich unzählige, stecknadelkopfgroße Eier des Falters von Washington in den USA ins Leintal. „Die werden praktisch aktiviert, in dem man sie auf Maulbeerblätter setzt“, erläutert Martina Herkert, eine der beteiligten Klassenlehrerinnen. Das ist nämlich die Leib- und Magenspeise der Insekten, sie fressen schlicht nichts anderes, aber dafür sehr viel davon.

Fütterung Aus den millimetergroßen Raupen sind inzwischen dank der täglichen Fütterung durch die Schüler − in den Pfingstferien hatten sie die Tiere mit nach Hause genommen − ordentliche Krabbler geworden, die vereinzelt sogar schon angefangen haben, sich einzuspinnen.

Weil das aber noch ein bisschen dauert, hat die Expertin Renate Maile-Moskowitz noch einen ganzen Haufen Kokons aus den USA mitgebracht, wo die Textilkünstlerin die Tiere selber züchtet. Doch bevor es ans Abwickeln geht − das funktioniert übrigens nur, wenn die Kokons nass sind − gibt es unheimlich viel über die Seidenspinner zu erzählen. Diese leben überhaupt nicht mehr in freier Natur, sondern sind vollkommen von der Fütterung des Menschen abhängig. Kein Wunder also, dass sich der Seidenpreis im vergangenen Jahr verdoppelt hat, denn selbst in China finden sich nicht mehr genügend Leute, die die Tiere alle paar Stunden mit frischen Blättern versorgen.

Schutzfeste Westen „Um die Seide zu bekommen, muss man die Tiere übrigens nicht töten“, erklärt Maile-Moskowitz. Denn auch aus den bereits entschlüpften Hüllen kann Seide gewonnen werden, indem man sie über einen Rahmen auseinander zieht. Kaputt gehen kann das kostbare Material dabei praktisch nicht: „Seide ist fünf Mal stärker als Stahl“, sagt die Expertin. Klar, dass in den USA das Militär und die Mediziner an dem Rohstoff interessiert sind. Die einen für schutzfeste Westen wie sie schon Dschingis Khan trug, und die anderen wegen des Proteins, das aufgrund der hohen Ähnlichkeit vom menschlichen Körper nicht abgestoßen wird.

Mit viel Engagement wickeln und wickeln die Kinder ihre Fäden. Langsam wird das dunkle Innere deutlich sichtbar. Es ist die Puppe, die fast genauso wie ein ägyptischer Pharao aussieht und eine Delikatesse für Vögel und Fische ist. „Wenn ihr die verfüttert, habt ihr einen wirklichen Freund gefunden.“

Falter und Schmetterlinge sind sehr unterschiedlich. So haben Falter buschigere Körper, gefederte Antennen und vor allem keinen Mund. Deshalb überleben sie nur etwa vier Tage, in denen sie wieder für Nachwuchs sorgen. Herkert ist genauso begeistert wie die Schüler, die ganze Entwicklung der Tiere einmal so aus der Nähe betrachten zu können. „Zu sehen, wie ein Rohstoff entsteht, den die Kinder auch von Schals kennen, ist einmalig.“