Projektwoche Afrika

Jambo Bwana – Hakuna Matata! Länderkunde aus erster Hand, dazu viel Spaß, Bewegung, Musik, Theater, Kochrezepte, Infos, Filme und ganz neue Erfahrungen mit der englischen Sprache – all das brachte das Nairobi Hope Theatre in der Woche vor den Osterferien an unsere Grundschule. Vier Tage lang begleiteten sieben junge Kenianer mit ihrem Organisator Stephan Bruckmeier die Kinder in altersgemischten Projektgruppen zum Thema Afrika und Kinderrechte.

Was wissen wir von Afrika? Fragen und Antworten und viele neue Erkenntnisse
Pauline und Stacy backen und kochen Chapati und Ugali mit den Kindern

Dabei kamen die Kinder zu vielen neuen Erkenntnissen: Kinder auf der ganzen Welt haben dieselben Wünsche, Vorlieben und Rechte. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt. Die Grundschüler waren entsetzt darüber, dass für die Schokolade, die sie so gern essen, Kinder in Afrika für wenig Geld arbeiten müssen. „Das ist nicht gerecht!“, meinte Mariella, Klasse 3. Wie weit die Schulwege in Nairobi sein können und dass manche Kinder gar nicht zur Schule gehen können, erfuhren die Kinder durch ein Kurzfilme und aus erster Hand von Brian, der Lehrer in Kenia ist. Florian, Kl. 3: „Es hat mich schockiert, dass manche in Slums und auf Müllhalden wohnen müssen.“ Neben diesen Unterschieden zu ihrem eigenen Leben entdeckten die Kinder aber auch viele Dinge wie Tiere, Spiele, Wünsche und Freizeitbeschäftigungen, die sie mit Kindern in Kenia gemeinsam haben – und die Möglichkeit, auf Fair-Trade-Produkte auszuweichen. „Ich fand es cool mit Moffat, Philip und den anderen. Es war toll, dass sie uns in das Afrikaleben mitgenommen haben und ihre Heimat gezeigt haben.“, sagte Emma, Klasse 3.

Stacy erzählt über das Leben und die Schule in Nairobi

Die Kinder erlebten Englisch mal nicht als Unterrichtsfach, sondern als Verständigungsmittel und warteten geduldig ab, bis ihre Lehrerinnen ihre Fragen und die Antworten hin- und herübersetzt hatten. Vieles verstanden sie auch selbst ( Pauline am ersten Tag: „First turn to the left, then turn to the right, ok?“ Alle Kinder spontan: „Yes!“ )
So manche einseitige Vorstellung über das Leben in Afrika oder in Deutschland wurde während der gemeinsamen Gespräche geradegerückt.
( Ja, auch in Afrika gibt es Großstädte und gute Internetverbindung, teilweise besser als hier. Ja, auch in Deutschland gibt es Arbeitslosigkeit und Armut. Und es ist hier nicht verboten, mehr als 3 Kinder zu bekommen…)

Nach dem tollsten Erlebnis der Woche gefragt, schrieben Kinder aus Klasse 2: „Mich haben die Filme begeistert, weil sie gezeigt haben, wie die Menschen leben.“(Marie) „Ich fand die Haare, die Hautfarbe und die Sprache schön, weil alles so anders und schön war und weil sie so schöne, dunkle und bunte Dreadlocks haben. Sie haben alles auch sehr sehr gut erklärt.“ (Luisa) „Ich fand es toll, dass Moffat so gut Trommel spielen kann. Er muss sich ja den Rhythmus merken. Das finde ich faszinierend… Und zu unserem Tanz hat es super gepasst.“ (Sarah)

An drei Tagen wurde außerdem eifrig für die Aufführung geprobt, die am Donnerstag abends in der Halle geplant war. Die jungen und erwachsenen Akteure zeigten den stolzen Eltern eindrucksvoll, was sie alles gelernt hatten. Mit dem Lied „Jambo Bwana“ auf Suaheli, Theaterszenen , Hiphop und traditionellen Tänzen sowie akrobatischen Darbietungen bewiesen die Kinder, was alles möglich ist, wenn alle konzentriert zusammenarbeiten und ihr Bestes geben.

eZum Hiphoptanz sagte ein Kind aus der 2. Klasse: „Ich fand Hip-Hop toll, weil ich Winnie sehr nett fand und ich Sport mag. Aber ein bisschen schwierig war der Tanz schon. Sie hat gesagt :’Einfach zu deinem Nachbarn schauen‘ , wenn man nicht mehr weiter weiß.“

Stephan Bruckmeier und die Theatergruppe: Tiere, die es hier und in Afrika gibt
Traditioneller Tanz
Moffat gibt den Rhythmus vor
… und Akrobatik
Selbstgeschriebenes Gedicht der Theatergruppe über Gemeinsamkeiten
Gemeinsame Szene über Erfahrungen von Kindern in Kenia
Das Nairobi Hope Theatre tanzt
Die Hiphopgruppe tanzt mit Winnie, Pauline, Monica und Brian zum Kinderrechtesong

Jedes Kind von Klasse 1 bis 4 war einbezogen und konnte zeigen, was es gelernt hatte. „Ich war überrascht, was wir zusammen alles geschafft haben!“, so Michael, Kl. 3. Das Selbstvertrauen der Kinder wuchs, wie Finja, Klasse 3, beschreibt : „Bei der Aufführung dachte ich: ‚O Mann, was ist, wenn ich was falsch mache?‘ Aber ich habe alles richtig gemacht.“ Die Crew bezog dabei auch das Publikum ein: wer wollte, konnte während der Aufführung auf der Bühne noch in einem kleinen Crash-Kurs einen afrikanischen Tanz lernen. Stephan Bruckmeier machte mit Hilfe zweier Freiwilliger in einer kleinen Theaterszene deutlich, dass die Bereitschaft zu teilen den Abstand zwischen Menschen verringert. Die jungen Mitglieder des Nairobi Hope Theatre haben ihre Erfahrungen, ihre Freude und ihr Können mit den Kindern und Lehrerinnen geteilt und uns so Kenia ein ganzes Stück näher gebracht. “ Nisa, Kl. 3, schreibt: „Ich vermisse Pauline, Winnie, Stephan, Brian, Moffat, Philip, Monica und Stacy.“ Auf dem anschließenden Buffet, das von den Eltern gestiftet worden war, fand sich dann auch das Chapati-Brot und Ugali, eine Art Polenta, die beide von der Kochgruppe zubereitet worden waren. Dem Förderverein der GS Stetten und der Sparkassenstiftung sagen wir herzlichen Dank für die Finanzierung!

Fototermin nach der Aufführung
DANKE!!!!